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Moslemische Pflegestandarte

Hier finden Sie als Beispiel für unsere Arbeitsweise die Moslemische Pflegestandarte.

  • Vor Betreten des Wohnbereiches des Patienten sind die Schuhe auszuziehen.
  • Die Pflegemaßnahmen sind immer von gleichgeschlechtlichen Pflegekräften durchzuführen.
Grundpflege und Körperpflege

  • Die Grundpflege am Waschbecken muß immer unter fließenden Wasser erfolgen.
  • Duschen ist nach dem üblichen Pflegestandard durchzuführen.
  • Reinigungsbäder ( z. B. Vollbad ) werden grundsätzlich abgelehnt. Bei ärztlich angeordnete medizinische Bädern sollte dem Patienten die Möglichkeit gegeben werden, sich vorher und nachher zu duschen.
Intimpflege

  • Die Intimpflege ist mit der linken Hand zu vollziehen. Auch hier ist fließendes Wasser zu verwenden.
  • Die Intimpflege ist, soweit der Patient diese nicht selbst durchfüren kann, ggf. unter Hilfenahme eines Kruges und Steckbeckens, zu verrichten.
Ausscheidungen

Hierbei muß besonders die Wahrung der Intimsphäre beachtet werden! Moslime Patienten sind es gewöhnt, im Bad ein Gefäß mit Wasser vor zu finden. Dieses dient zur Waschung des Intimbereiches nach dem Toilettengang, ebenso wird eine Waschung nach dem Stuhlgang vollzogen. Diese ist wieder nur mit der linken Hand durchzuführen. Sollte eine Inkontinenz vorliegen so ist ein häufiges Waschen, Umziehen und evtl. Wechseln der Bettwäsche nötig. Nur so ist der Patient würdig seine religiösen Pflichte zu erfüllen).

Kleidung

  • Männer : Ein Herrenschlafanzug gilt als gesellschaftfähig.
  • Frauen : Die Kleidung sollte weit und knöchellang sein. Kopftuch oder Schleier ist bei zu erwartenden Gäste oder verlassen des Hauses anzulegen.

Essen und Trinken

  • Vor und nach dem Essen sind die Hände zu waschen.
  • Der Hausherr beginnt als Erster mit dem Essen und endet als Letzter.
  • Mahlzeiten mit Schweinefleisch sind verboten und gelten als unrein. A
  • lkoholische Getränke sind ebenfalls verboten, auch bei der Zubereitung von Speisen z.B. von Kuchen, Soßen, Dessert).
  • Moslems trinken am liebsten süßen schwarzen Tee oder Mineralwasser.
Ramadan

  • Vor den täglichen 5 Gebeten muß der Gläubige sich dem Ritual der religiösen Waschung unterziehen.
  • Die Waschung erfolgt unter fließendem Wasser und beinhaltet folgendes: das Gesicht, die Stirn und hinter den Ohren werden dreimal nach einander gewaschen. Die und die Arme werden dreimal nach einander gewaschen. Die Füße werden bis zum Knöchel dreimal gewaschen.
  • Zum Gebet benötigt der Gläubige einen ruhigen Ort und einen Gebetsteppich oder eine andere saubere Textile.
Schmerzen

Die Schmerzentoleranz ist bei moslimen Patienten höher angesiedelt als zum Beispiel der deutsche Kultur. Diese ist geprägt durch moslemischen Glauben. Schmerzen werden zu dem ganzheitlicher angesehen wie zum Beispiel bei Bauchschmerzen. Moslime sagen dann häufig, ihre Leber sei kaputt oder zerteilt. Die Leber hat hierbei eine zentrale Bedeutung und umfaßt zum Schmerz auch Trauer und / öder Krankheit oder seelische Leiden, sie ist ein Stück Selbstpräsents.

Sterben

  • Ein Sterbender darf niemals allein gelassen werden. Gegenüber dem Sterbenden darf nicht von heran nahenden Tod gesprochen werden. Sollten Angehörige oder ein anderer Moslem nicht erreichbar sein um ihn mit Gebeten zu begleiten, so sollte man sich an das Islamische Zentrum wenden. Ein frommer Moslem möchte sich im Angesicht des Todes der rituellen Waschung unterziehen.
  • Ein Moslem darf nicht durstig sterben, deshalb ist dem Sterbenden immer Flüssigkeit anzubieten (Mund, Lippen und Schleimhäute befeuchten).
  • Sehr wichtig ist den Sterbenden peinlichst sauber zu halten, besonders was die Ausscheidungen betrifft. Hierbei ist von Inkontinzmitteln wie zum Beispiel Windeln (Pampers) abzusehen.
  • Unmittelbar nach Eintritt des Todes ist der Verstorbene mit dem Gesicht nach Mekka zu drehen, also nach Südosten.
  • Die Augen werden langsam geschlossen.
  • Die weitere rituelle Versorgung des Verstorbenen obliegt allein den Angehörigen oder anderen Moslimen.
 

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