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Pflegeversicherung
 
Wer ist pflegebedürftig?

Der Begriff der Pflegebedürftigkeit ist rechtlich bestimmt: Pflegebedürftig im Sinne der Pflegeversicherung sind Menschen, die durch körperliche, geistige oder seelische Erkrankungen oder Behinderungen nicht in der Lage sind, die regelmäßig erforderlichen Verrichtungen des Alltags auszuführen und deshalb in erheblichem oder höherem Maße fremder Hilfe bei der Körperpflege, Ernährung oder Mobilität bedürfen. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate gegeben sein. Je nach Grad der Pflegebedürftigkeit gehören die Versicherten einer der fünf Pflegegrad an:  
 
Pflegegrad 1

Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit (12,5 bis unter 27 Punkte)
Pflegegrad 2

Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit (12,5 bis unter 27 Punkte)
Pflegegrad 3

Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit (27 bis unter 47,5 Punkte)
Pflegegrad 4

Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit (47,5 bis unter 70 Punkte)
Pflegegrad 5

Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit besonderen Anforderung an pflegerische Versorgung (90 bis 100 Punkte)
 
Häusliche Pflegehilfe/Pflegesachleistung

Pflegebedürftige haben bei häuslicher Pflege Anspruch auf Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung als Sachleistung (häusliche Pflegehilfe). Häusliche Pflegehilfe wird durch geeignete Pflegekräfte erbracht, die entweder von der Pflegekasse oder bei ambulanten Pflegeeinrichtungen - mit denen die Pflegekasse einen Versorgungsvertrag abgeschlossen hat - angestellt sind.
Für den Einsatz ambulanter Pflegedienste zahlt die Pflegekasse (Stand: 2017)                    monatlich        (ab 01.01.2017)               
  • Pflegegrad I: bis zu                0,- €   
  • Pflegegrad I: bis zu              689,- €
  • Pflegegrad I: bis zu                   1.298,- €
  • Pflegegrad I: bis zu                    1612,- €
  • Pflegegrad I: bis zu                    1995,- €
  • Entlastungsbetrag      125,- €
 
Pflegegeld

Für die Pflege zu Hause durch Angehörige oder ehrenamtlich tätige Personen erhalten Versicherte monatlich                              (ab 01.01.2017)            
  • Pflegegrad I: bis zu                 0,- €   
  • Pflegegrad I: bis zu              689,- €
  • Pflegegrad I: bis zu                   1.298,- €
  • Pflegegrad I: bis zu                    1612,- €
  • Pflegegrad I: bis zu                    1995,- €
  • Entlastungsbetrag      125,- €
Sie haben damit die Möglichkeit, die pflegerische Versorgung selbst zu organisieren. Pflegebedürftige, die Pflegegeld beziehen, müssen mindestens einmal im Halbjahr (bei Pflegestufe I und II) beziehungsweise einmal im Vierteljahr (bei Pflegestufe III) eine Beratung durch einen zugelassenen Pflegedienst abrufen. Die Beratung dient der Sicherung der Qualität der häuslichen Pflege und der regelmäßigen Hilfestellung und praktischen pflegefachlichen Unterstützung der Pflegepersonen. Die Kosten für diesen Einsatz übernimmt die Pflegekasse. Eine Zuzahlungspflicht besteht hier nicht. (§37 III, SGB XI)
 
Kombination von Pflegegeld und häuslicher Pflegesachleistung

Pflegegeld- und Sachleistung können miteinander kombiniert werden. Wird die Pflegesachleistung durch einen Pflegedienst nicht in voller Höhe in Anspruch genommen und ist neben einer professionellen Pflegekraft mindestens eine weitere Person - beispielsweise ein Familienangehöriger oder Bekannter - tätig, kann gleichzeitig ein vermindertes Pflegegeld beansprucht werden.
Beispiel: Sie pflegen Ihre Mutter, die in Pflegegrad 3 eingruppiert wurde. Die manche Leistungen übernimmt eine Pflegeeinrichtung, die zu Ihnen ins Haus kommt. Dies kostet monatlich 649 Euro. Damit nehmen Sie lediglich 50 Prozent der Pflegesachleistung in Anspruch. Der Vorteil für Sie: Vom Pflegegeld (545 Euro) steht Ihnen der Rest von 50 Prozent - also 272,50 Euro zu, die Sie von der Pflegekasse ausbezahlt bekommen. Sie können die Pflegesachleistung jeden Monat und je nach Bedarf in wechselndem Umfang in Anspruch zu nehmen. Um die monatliche Neuberechnung Ihrer Ansprüche kümmert sich Ihre Pflegekasse.
 
Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson

Bei Krankheit, Erholungsurlaub oder in Krisensituationen der Pflegeperson, werden die Kosten der Ersatzpflegekraft für längstens vier Wochen im Jahr übernommen (bis zu 1.510 Euro). Wird die Pflege durch eine Pflegeperson übernommen, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum 2. Grad verwandt ist, zum Beispiel Eltern , Kinder , Enkel oder verschwägert, zum Beispiel Schwiegereltern, Schwiegerkinder oder mit ihm in häuslicher Gemeinschaft lebt, übernimmt die Pflegekasse den Betrag in Höhe des Pflegegeldes der jeweiligen Pflegestufe sowie die nachgewiesenen zusätzlichen Aufwendungen, zum Beispiel Fahrkosten oder Verdienstausfall. Der Betrag des Pflegegeldes und die zusätzlichen Aufwendungen können insgesamt bis zu 1.612 Euro erstattet werden.
Voraussetzung für die Verhinderungspflege ist, dass die Pflegeperson den Pflegebedürftigen mindestens 6 Monate zu Hause gepflegt hat.
 
Pflegeberatung und Gesprächskreis

Viele Menschen stehen von heute auf morgen vor der Tatsache, dass ein Angehöriger durch ein unvermutetes Ereignis pflegebedürftig wird. Der größte Teil der Pflegebedürftigen wird im häuslichen Bereich von ehrenamtlich tätigen Pflegenden wie Familienangehörige oder Freunde betreut. Die pflegefachliche Beratung durch Krankenschwestern/Pfleger oder Altenpfleger/innen im persönlichen Wohnumfeld oder in den Räumen der KSD Pflegedienst stellt einen Schwerpunkt der Pflegeberatung dar.

Wir geben Ihnen
  • Informationen über Leistungen der Pflegeversicherung und die geeignete individuelle Inanspruchnahme
  • Hilfestellung in besonderen Problemsituationen.
 
Gesprächskreis für pflegende Angehörige

Die aus der Pflege entstandene Belastung für den Pflegebedürftigen - insbesondere aber auch für die Angehörigen - kann sehr bedrückend sein, wenn sich diese entschließen, den Betroffenen selbst zu pflegen.
Der Gesprächskreis für pflegende Angehörige ist eine Hilfe, sich mit den Erlebnissen und Eindrücken der häuslichen Pflege zu beschäftigen.
"Jemanden zu pflegen bedeutet aber auch, pfleglich mit sich selbst umzugehen!" Hierbei möchten wir Sie im Gesprächskreis unterstützen. Bei jedem Treffen haben Sie die Möglichkeit, sich etwas von der Seele zu reden, Probleme wie auch positive Erlebnisse aus der Praxis anzusprechen sowie Pflegetipps und Übungen kennen zu lernen. Auch persönliche Kontakte zu anderen Pflegepersonen lassen sich hier knüpfen.
 

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