Pflege
 

Was bedeutet "kultursensible" und "biografieorientierte" Pflege?

"Kultursensible" und "biografieorientierte" Pflege bedeutet: wir gehen auf die Gewohnheiten, Gebräuche, Religiöse Rituale etc. unserer Patienten ein. Leider ist es bei anderen Pflegediensten oft so, daß die Patienten sich nach den dort vorhandenen organisatorischen Gegebenheiten richten müssen. Nicht so bei uns - wir richten uns nach Ihnen!

"Kultursensibel" und "biographieorientiert" heißt aber noch mehr. Herr Mahmoud Parvari, Gründer und Inhaber des Kultursensiblen Sozial- und Pflegedienstes Hannover erzählt über ein Erlebnis aus seiner Praxis.

"Schon einige Jahre bevor ich den KSD Hannover gegründet habe, habe ich in der kultursensiblen Pflege gearbeitet. Dabei merkte ich, daß viele Migranten Schwierigkeiten bekommen, wenn ein Arztbesuch ansteht. Menschen aus anderen Kulturkreisen haben oft eine andere Auffassung von z.B. Schmerzen haben, als Deutsche und gerade Moslems haben religiös bedingt ein ganz anderes Schmerzempfinden. Hier sind Verständigungsprobleme zwischen Patient und Arzt nahezu vorprogrammiert.
Ich bekam also eines Tages den Anruf eines Krankenhausarztes, er habe eine türkische Patientin, ob ich ihm einen Übersetzer schicken könne. Ich hatte leider gerade niemanden, der Türkisch sprach, also fuhr ich selber hin. Ich als Iraner kann allerdings kein Türkisch. Es entspann sich folgende, etwas bizarre Situation: ich sprach mit dem Arzt auf deutsch, und "übersetzte" vom deutschen ins deutsche. Weder der Arzt, noch die Frau verstanden sich - obwohl wir alle nur auf deutsch miteinander sprachen.

Die Ursachen sind vielfältig. Zum einen verschiedene kulturelle Hintergründe, und dadurch verschiedene Ausdrucksweisen. Zum anderen konnte ich die Informationen des Arztes so verpacken, daß die Frau sie verstand. Es war also weniger ein wirkliches Sprachproblem, als vielmehr ein Problem der Herangehensweise, der Kultur.
Dieses Erlebnis hat mir wieder einmal sehr deutlich gezeigt, wie notwendig ein Dienst wie der unsere ist. Wie wichtig es ist, wirklich auf die Bedürfnisse der Leute einzugehen. Sei es in dieser Form, oder auch nur indem wir auf Gewohnheiten der Menschen achten: zum Beispiel wer sein ganzes Leben immer abends geduscht hat, soll nur weil er jetzt pflegebedürftig ist, sich plötzlich nur noch morgens duschen müssen. Wir machen solche individuellen Regelungen möglich. Das ist für mich persönlich eine Frage der Würde, die unbedingt gewahrt bleiben muß."
 
 

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